Das Kurpfälzische Kammerorchester geht auf die Schiene
Musikalische Stadtbahn-Rundfahrt des Kurpfälzischen Kammerorchesters am 23.8.2007
Musikalische Tradition auf neuen Marketingwegen Das Kurpfälzische Kammerorchester gilt als Nachfolger der „Kurfürstlichen Hofkapelle“ des Kurfürsten Carl Theodor. Komponisten und Instrumentalisten wie Johann Stamitz und dessen Söhne Anton und Carl, Franz Xaver Richter sowie der Wiener Ignaz Holzbauer und der Mannheimer Christian Cannabich machten die Kurpfalz seinerzeit zur führenden Metropole und wiesen mit ihrer Musik den Weg zu einer neuen Orchesterkultur. Die Arbeit der „Kurfürstlichen Hofkapelle“ nahm so weit reichend Einfluss auf die Musikwelt, dass die klassische Instrumentalmusik, wie wir sie heute kennen, ohne die „Mannheimer Schule“ nicht vorstellbar wäre. So ließ sich z. B. Wolfgang Amadeus Mozart, der 1777 in Mannheim gastierte, stark von der „Mannheimer Schule“ beeinflussen.
Erst mit der Gründung des Kurpfälzischen Kammerorchesters im Jahre 1952 kam die „Mannheimer Schule“ zurück an Rhein und Neckar. Das Kurpfälzische Kammerorchester ist eine der wenigen Institutionen, die seit über 55 Jahren über die Landesgrenzen hinweg das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen der Kurpfalz – regional, national und international – widerspiegeln. So ist das Kurpfälzische Kammerorchester neben seinen nationalen und internationalen Auftritten traditionell flächendeckend an vielen Spielstätten der Region regelmäßig präsent, und zwar in den Ballungszentren Mannheim und Ludwigshafen genauso wie in Heidelberg, Schwetzingen, Speyer und Weinheim, aber eben auch von der Haardt bis zum Odenwald, von Bad Bergzabern bis nach Buchen.
Ähnlich wie zu Zeiten des Kurfürsten Carl Theodor – dem Förderer von Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft – blüht die „alte“ Kurpfalz nun mit der „neuen“ Metropolregion Rhein-Neckar auf, die Musik der „Mannheimer Schule“ ist damals wie heute das dazu passende faszinierende musikalische Ambiente verkörpert durch ein hervorragendes Orchester – das Kurpfälzische Kammerorchester.
Mit dem Straßenbahnzug, in dessen Fenster das komplette Kurpfälzische Kammerorchester unter Leitung des prominenten Chefdirigenten Wolfram Christ zu sehen ist, wollen wir in die neue Spielsaison 2007/2008 starten, in der es uns erneut gelungen ist Weltstars als Solisten zu engagieren.
Die Spielzeit beginnt am 15. September 2007 um 20 Uhr im Rosengarten in Mannheim. “Shooting-Star“ Martin Stadtfeld wird mit dem Orchester unter Leitung von Chefdirigent Wolfram Christ mit Mozarts beliebtestem Klavierkonzert KV 488 den Reigen eröffnen.
Einer der weltweit fünf berühmtesten Trompeter, Reinhold Friedrich, kommt mit seiner hohen Trompete nach Schwetzingen. Jungstar Raphael Christ wird in den „Acht Jahreszeiten“ von Vivaldi und Piazzolla brillieren und mit Daniel Müller-Schott werden wir Ihnen einen Superstar auf dem Cello präsentieren. Sie werden erstaunt sein, welche ungeahnten Klänge Nabil Shehata, derzeit Solobassist der Berliner Philharmoniker, seinem großen Instrument zu entlocken weiß und mit welcher Leichtigkeit Sylvia Schwartz von der Deutschen Staatsoper Berlin ihren herrlichen Sopran in Arien von Mozart sowie seines Mannheimer Zeitgenossen Franz Beck erklingen lässt.
Sie können also Klassik live in der Interpretation eines der traditionsreichsten Ensembles erleben.
Abgesehen vom Eröffnungskonzert und dem Ausflug in die ehemalige kurpfälzische Sommerresidenz nach Schwetzingen kann das Kammerorchester nach der langen Phase der Schlossrestaurierung endlich wieder im Rittersaal, also an der authentischen Geburtsstätte der „Mannheimer Schule“, musizieren.