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Schmierfette im Stahlwerk


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Copyright: Stahl-Zentrum
Schmierfette tragen zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit von Stahlwerken bei

Nicht nur High-tech

Trotz guter Auftragslage und eines Booms in der Stahlbranche sehen sich führende deutsche Stahlkonzerne wie Thyssen-Krupp Stahl und die Hüttenwerke Krupp Mannesmann in Duisburg zu umfangreichen Sparmaßnahmen gezwungen, um den Standort Deutschland langfristig zu sichern. Neben dem Abbau von Personal soll insbesondere beim Rohstoffeinkauf, in der Verwaltung und in der Produktion gespart werden. Eine wichtige Rolle bei der Senkung der Produktionskosten durch Verbesserung der Arbeitsabläufe, Steigerung der Leistungsfähigkeit und damit Erhöhung der Wirtschaftlichkeit von Stahlwerken spielt auch die Zusammenarbeit der Betreiber mit Schmierstoff-Herstellern.


Stahlwerke benötigen zum sicheren Betrieb unterschiedlichste Schmierstoffe. Zu den bedeutenden Schmierstoff-Arten zählen schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten, Kaltwalzöle, Korrosionsschutzöle, Prelubes sowie Schmierfette. Spezielle Schmierfette etwa kommen in den Kernaggregaten von Warm- und Kaltwalzwerken zum Einsatz, insbesondere also in den Lagern der Stütz- und Arbeitswalzen sowie in den Lagern, Kupplungen und Getrieben der Antriebseinheit der Walzgerüste. Als wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Herstellungsprozesses fordern die Stahlwerkbetreiber von den Schmierstoff-Lieferanten Fette, die zur Senkung des spezifischen Verbrauchs führen und dazu beitragen, die Lebensdauer der Lager und Walzen zu erhöhen.

Umfassende Strategie gefragt
Doch welche Schmierfette tragen zur Senkung der Produktionskosten bei? Keine einfache Frage; sie ist für jedes Stahlwerk und im Zweifelsfall für jede Fettschmierstelle anders zu beantworten. Ihre Beantwortung erfordert viel praktische Erfahrung und Spezialwissen. Die Schmierfett-Experten von Fuchs, dem größten unabhängigen Schmierstoff-Hersteller der Welt, setzten auf intensive Beratung der Stahlwerkbetreiber und konzentrieren sich bei der Entwicklung neuer leistungsfähiger und wirtschaftlicher Fette auf drei Kernbereiche: enge prozessorientierte Zusammenarbeit mit der anwendenden Industrie sowie Lager-, Walzen- und Dichtungsherstellern, Einsparung beim Fettverbrauch und Sortenrationalisierung sowie Einsatz des optimalen Fettes, abgestimmt auf das Anforderungsprofil der jeweiligen Fettschmierstelle und auf das jeweilige Stahlwerk. Ein umfassendes Konzept, dessen Umsetzung einen überdurchschnittlichen Spezialisierungsgrad, hohe Innovationsgeschwindigkeit, branchenübergreifendes Wissen, Ingenieurs-Know-how und globale Präsenz erfordert.
Fuchs hat über 20 Jahre Erfahrung in der Forschung und Entwicklung von Schmier-fetten für Stahlwerke und hat daher ein großes Produktportfolio. Entwickelt werden die Produkte in mehreren leistungsfähigen Forschungs- und Entwicklungszentren im In- und Ausland. Zu den Kunden des Mannheimer Unternehmens gehören Stahlproduzenten auf der ganzen Welt. Fuchs-Schmierstoffe sind in Stahlwerken in Deutschland, Großbritannien, Österreich, Polen, Brasilien, Mexiko, USA, China, Südkorea, Taiwan und Thailand im Einsatz. Zu den Kunden von Fuchs gehören Rasselstein-Hoesch, Thyssen-Krupp Stahl, Voest-Alpine, Huta Sendzimira (Polen), Asia Steel (Philippinen) und Anshan Iron & Steel (China).

Nicht nur „High-tech“
Grundlage des Schmierfettkonzepts von Fuchs ist die Kundenberatung. Zur Philosophie von Fuchs gehört es, das optimale Schmierfett anzubieten, und das ist nicht zwangsläufig das modernste und leistungsstärkste. „Unbestritten benötigen moderne High-tech Stahlwerke auch innovative Hochleistungs-Schmierfette, um volle Leistungsfähigkeit zu bringen und wirtschaftlich zu arbeiten. Aber es gibt auf der Welt noch viele Stahlwerke, die auf dem technischen Stand der 50er oder 60er Jahre sind, so zum Beispiel in Osteuropa. Hier wäre es unseriös, den Betreibern zu modernen Premium-Fetten zu raten“, sagt Dipl.-Ing. Rolf Peter Heckler, Leiter Zentralbereich Schmierfette bei Fuchs. Dementsprechend ist das Schmierfett-Programm von Fuchs breit angelegt. Es umfasst jahrzehntelang bewährte Standard-Produkte und deren Weiterentwicklungen sowie vollkommen neue Formulierungen. „Wir sind in der Lage, für jedes Stahlwerk – egal welchen technischen Stand oder welche Größe es hat – bzw. für jede Schmierstelle das optimale Fett anzubieten“, so Heckler.

Umfangreiches Produktportfolio
Das Produktportfolio von Fuchs umfasst unter anderem EP (Extreme Pressure)-, Calzium-Komplex-, Aluminum-Komplex- sowie Calzium-Sulfonat-Komplex- und Poly-harnstoff-Fette. „Klassiker“ im Programm sind Renolit FAP 2, Renolit CX EP 2 und Plexalene 725. Zu den modernen Hochleistungs-Spezialschmierfetten gehören besonders wirtschaftliche Produkte, die universell einsetzbar sind, zur deutlichen Senkung des spezifischen Verbrauchs und zur Erhöhung der Lager- und Walzenlebensdauer beitragen, so zum Beispiel Renolit CXI 2.
Das EP-Fett Renolit FAP 2 findet insbesondere in Kaltwalzwerken Einsatz. Es wird vor allem wegen seiner guten Druckbelastbarkeit empfohlen und weil es preiswert ist. Das Calzium-Komplex-Fett Renolit CX EP 2 für Warmwalzen und Stanggießen überzeugt durch gute Druckbelastbarkeit, Wasserbeständigkeit und Hitzebeständigkeit. Das auf dem amerikanischen Markt sehr begehrte Plexalene 725 ist ein Aluminium-Komplex-Fett. Es weist eine gute Wasserbeständigkeit, Hitzebeständigkeit und Preiswürdigkeit auf und ist für den Stranggieß-Einsatz gedacht. Renolit CXI 2 zeichnet sich durch seine hervorragende Wasserbeständigkeit, sehr gute Hitzebeständigkeit, extrem gute Druckbelastbarkeit, überzeugende Walkbeständigkeit und seine Vielseitigkeit aus: Es kann sowohl für das Stranggießen als auch zum Warm- und Kaltwalzen eingesetzt werden. Das Calzium-Sulfonat-Komplex-Fett ist somit optimal für High-tech Stahlwerke neuester Bauart geeignet, wie sie derzeit in Folge des Stahlbooms rund um den Globus entstehen. Ein Produkt für mehrere Anwendungsbereiche bedeutet geringere Lagerhaltungskosten, vereinfachte Entsorgung, aber auch erhöhte Betriebssicherheit, weil Falschbefüllungen ausgeschlossen sind.

Zusammenarbeit der Lieferanten
Im Mittelpunkt des Schmierfett-Konzepts von Fuchs steht neben der Kommunikation mit dem Kunden, der Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit mit anderen Lieferanten. Denn: Ein Fett ist nur dann wirtschaftlich und kann nur dann seine Arbeit optimal verrichten, wenn es mit dem Gesamtsystem, also auch den zu befettenden Aggregaten, harmoniert. Und so spielt bei der Formulierung neuer Schmierfette neben der prozessorientierten Zusammenarbeit mit der anwendenden Industrie, die gemeinsame Lösungsfindung mit den Herstellern von Lagern und Walzen eine immer bedeutendere Rolle. Entwicklungspartner von Fuchs sind weltweit führende Lager- und Walzenhersteller wie SKF, FAG Kugelfischer, NSK und Timken. Die Schmierstoff-Spezialisten von Fuchs stehen während der Forschungs- und Entwicklungsphase für neue Produkte und auch nach deren Markteinführung stets in engem Kontakt mit den Expertenteams der „Hardware“-Produzenten. Gemeinsam werden neue Systemlösungen erarbeitet, die die steigenden Anforderungen der Stahlwerkbetreiber berücksichtigen: Senkung der Kosten für die komplexe Wartung und Instandhaltung der Kernaggregate, Steigerung der Lebensdauer, Senkung der Gesamtbetriebskosten.

Lösungen für die Zukunft
Ein Bereich, in dem Fuchs intensiv und mit Partnern aus der Wälzlagerindustrie und Herstellern von Industrie-Dichtungssytemen forscht, ist die Optimierung des Strang-gieß-Prozesses. Ziel ist es, Lösungen zu finden, die es ermöglichen, auf Zentralschmieranlagen zu verzichten. Voraussetzung: die Weiterentwicklung des Gesamtsystems dahin, dass auf eine Nachbefettung völlig verzichtet werden kann. Grundlage hierfür sind besser abgedichtete Lager in Kombination mit innovativen Fetten. Zukunftsvision ist ein Gesamtpaket aus einer fertig befetteten Walze, die nur in Intervallen von mehreren Jahren ausgetauscht werden muss. Ein Verfahren, das in vielerlei Hinsicht kostenoptimierend wirken wird: Reduzierung der Wartungs- und Instandsetzungskosten, Verbesserung des Ausstoßes durch weniger Maschinenstillstand, Reduzierung von Pflege- und Entsorgungskosten.

Die Umsetzung solcher ehrgeiziger Pläne bedarf einer langjährigen und kostenintensiven F&E-Arbeit, wobei der derzeitige Boom auf dem Stahlmarkt die Innovationsgeschwindigkeit positiv beeinflusst. Schließlich wird wieder kräftig investiert. Thyssen-Krupp-Stahl zum Beispiel wird am Standort Duisburg 350 Millionen Euro in den Neubau eines Hochofens und in die Überholung bestehender Anlagen investieren und prüft den Neubau eines Stahlwerks mit Investitionskosten von rund 1,5
Milliarden Euro.

Autor: Alexander Vogler, Journalist, tätig beim Pressebüro und Redaktionsdienst FAKTUM in Heidelberg. Tel.: 06221-458914, E-Mail: a.vogler@faktum-kommunikation.de

KONTAKT:
Fuchs Petrolub AG
Rolf Heckler, Leiter Zentralbereich Schmierfette
Friesenheimer Str. 17
68169 Mannheim
Tel.: 0621-3802-0
www.fuchs-oil.de

November 2004


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